Erbschaft vorbereiten, Schenkung und Besteuerung, Testament: Konzept optimieren.

Submitted by tsar55 on Sun, 05/05/2019 - 03:10
German
 


33.
Erbschaft: Konzept optimieren.


33.1
Hier wichtigste Grundregeln für: Erbschaft vorbereiten, Schenkung und Besteuerung, Testament: Konzept optimieren.

Diese Grundregeln sind nicht neu und nicht revolutionär. Verstoßen wird gegen derartige Regeln aber wohl in nahezu 100 % der Fälle. Das liegt nicht an der Unfähigkeit der Bürger und Berater. Es ist die Realität der Übeltäter.

Erbrecht und Schenkungsrecht betreffen einen besonders komplexen Teil der zwischenmenschlichen Beziehungen. Per Definition geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern um Ermessen. Gesetze und Gerichte sind mit der Problematik belastet, dass das Ermessen frei sein soll, aber dennoch irgendwie reguliert werden soll. Dieser Widerspruch ist nicht voll lösbar.

Nachstehend ist ein Ansatz von vielen, allgemeine Regeln zu liefern, wie man die häufigsten Fehler vermeiden kann. Mehr ist nicht möglich. Wer Streit über Erbschaft und Schenkungen in der Familie und zwischen Freunden unterbinden will, benötigt Information, Nachdenken, Weisheit. Trotzdem kann es später unglücklich verlaufen, aber dann eben seltener und meist weniger unglücklich.

33.2
Grundregeln für Erbschaft und Schenkung

An sich sind es ziemlich verschiedene Dinge - Erbschaft und Schenkung. Der Staat hat jedoch beides eng verknüpft:

Bei der Besteuerung sind beide Varianten relativ intensiv aneinander angeglichen.

Im Erbschaftsrecht werden vergangene Schenkungen der Erbschafts-Abrechnung teilweise oder vollständig zugeschlagen. Hierbei gibt es diverse Konstellationen und Varianten je nach Familienbeziehung. Die Rechtslage ist halbwegs klar überschaubar.

Leider tut die Realität uns nicht immer den Gefallen, sich klar an die Gesetze zu halten: Die Realität hat frecherweise eine ziemlich starke Variationsbreite.

Also gilt: Sowohl beim Testament wie auch bei Schenkungen ist die Verkopplung immer fallbezogen zu sichten. Mit geeigneten Suchbegriffen findet man durchaus das Nötige im Internet. Nach etwas zeitaufwendiger Vertiefung wird man möglicherweise mehr über sein eigenes Problem wissen als nach einer immer kurzen Rechtsberatung.
Viele Rechtsanwälte geben im Internet ihr Wissen preis, jeder meist nur einen Teil, um dank der Informationslücken einen Mandanten zu gewinnen, was ja fair ist. Wer die Mosaiksteine aus 5 Anwalts-Kommentaren zusammen klebt, gewinnt oft eine ausreichend klare Sicht der Sache.

33.3
Testament machen, ist das schwer?

Schon früher war es einfach, sobald man das richtige kleine Anleitungsbuch dafür gefunden hatte. Inzwischen fehlt es an Anleitungen nicht mehr dank Internet. Man kombiniere mindestens 3 Anleitungen und beachte die übereinstimmenden strikten Details.

Besonders wichtig werden Details bei Auslandsbezug. Seit August 2015 hat das ausländische örtliche Testamentrecht für vieles eine deutlich höhere Bedeutung als früher. Die Formregeln für Testamente unterscheiden sich erheblich.

Soll man ein Testament bei Gericht hinterlegen? - Ja. Der spätere Ablauf ist dann geordnet und klar. Allerdings ist dann wichtig, bei einem späteren Testament das frühere auszutauschen. Macht man das nicht, so leistet man eine ausgezeichnete Vorbereitung für späteren erbitterten Erbenstreit.

Soll man ein Testament beim Notar machen? Rechtlich nötig ist das nicht. Die Kosten mögen maßvoll sein. Der Vorteil bei deutschem Recht ist subtil: Dann verläuft die Erbscheinausstellung später geradliniger. Das ist aber nicht zwingend von Vorteil. Will eine der begünstigen Personen die anderen unfair ausschalten, so haben diese weniger gerichtliche Rechte, es zu hemmen.

33.4
Ehegatten-Testamente, "Berliner Testament":

Was harmonisch und gemeinschaftlich erscheint, ist höchst problematisch wegen der fehlenden Berechenbarkeit der Zukunft. Besonders problematisch sind Patchwork-Familien. Die Abneigung der Ehefrau gegen die Kinder einer anderen Frau - Konkurrentin um den Ehemann - , das ist leider häufig, wird aber zu Lebzeiten des Ehemanns aus verständlichem Grund verdeckt. Nach dem Ableben des Ehemanns gibt es für die Stiefmutter viele Wege, jede Teilhabe der "Kinder einer anderen Frau" zu unterbinden, sofern es nur ausreichend listig gewollt wird.

Von gemeinsamen Testamenten oder auch einfach von relativ komplexen testamentarischen Regeln wird hier abgeraten. Ausnahmsweise kann es dennoch sinnvoll sein. Dann sollte es aber triftige Gründe geben.

Wollen Ehegatten sich gegenseitig absichern für die Möglichkeit einer langen Lebensdauer des überlebenden Teils, so kann dies durchaus Komplikationen erzeugen. Man denke immer auch an Alternativen wie Wohnrechte, Rentenklauseln, Mietertrags-Bezug und ähnliches.

Es wurde vorstehend als Stiefmutter-Problem gekennzeichnet, weil sehr viel häufiger, wie es den Sterbewahrscheinlichkeiten und den gängigen Altersdifferenzen beim Zusammenleben entspricht. Natürlich kann es auch Stiefvaterprobleme geben. Ob Väter häufiger oder weniger häufig Tendenz haben, Stiefkindern die Teilhabe am Erbe trickreich zu unterbinden, darüber besteht hier keine statistische Information.

33.5
Schenkung statt Vererben?

Das ist oft sinnvoll, dies insbesondere im Fall von Immobilien. Nach deutschem Recht empfiehlt sich, dass alle Beteiligten danach noch mindestens 10 Jahre leben. Das Schicksal tut uns leider nicht den Gefallen, sich immer dem jeweils geltenden Recht anzupassen. Man beachte bei Schenkungen also...
 

iide

Submitted by Visitor (not verified) on Sat, 06/30/2018 - 03:10
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